Analytische Gruppenpsychotherapie

S. H. Foulkes, ein Mitbegründer dieser Therapiemethode, postulierte, dass neurotische Störungen in einem komplexen Netzwerk von sozialen Beziehungen innerhalb menschlicher Gruppen entstehen – Familie, Schule, Beruf – und von daher auch am besten in dem Setting zu behandeln seien, in dem sie entstanden sind; das heißt in einer Stellvertretergruppe, die vielfältige Aufhänger für die entsprechenden frühkindlichen Phantasien zur Verfügung stellt. Verkürzt könnte man sagen: Was z. B. eine gute Anpassung an die Herkunftsfamilie war, erweist sich im Leben „draußen“ mitunter als weniger geeignet; solche Prägungen können mithilfe einer Therapiegruppe überwunden werden.

Daraus leitet sich ab, dass man prinzipiell bei jeder neurotischen Störung auch an Gruppenpsychotherapie denken kann; als besonders geeignet hat sie sich erwiesen für

.           Adoleszentenkrisen

Hier kann die Gruppe den Stellenwert einer ´peer group` einnehmen.

.           psychosomatische Störungen und Erkrankungen

Hier bietet die Gruppe die Möglichkeit von Rückmeldungen im Hier und Jetzt, die wiederum einen besseren Zugang zum eigenen Gefühlsleben ermöglichen, was gerade bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen besonders wichtig ist.

.           Störungen, bei denen aktuelle zwischenmenschliche Konflikte im             Vordergrund stehen

Diese bilden sich regelmäßig auch in der Gruppe ab und können somit zunächst in einer Stellvertretergruppe betrachtet, reflektiert und bearbeitet werden.

 

 

Setting: 1x wöchentlich á 100 Min., zurzeit dienstags von 18.30 Uhr bis 20.10 Uhr.

 

Dauer: durchschnittlich 2 – 3 Jahre.

 

Zusammensetzung: 5 bis 8 Teilnehmer; gemischt nach Alter, Geschlecht, sozialer Zugehörigkeit sowie Art der neurotischen Störung / Erkrankung.